Ende einer Ära
Kolping ist und bleibt mein Leben
31 Jahre Vorsitz – ein Abschied mit Dankbarkeit
Nach 31 Jahren als 1. Vorsitzender der Kolpingsfamilie Otzenrath endet für mich eine ganz besondere Zeit. Schon bei meiner letzten Wahl vor drei Jahren hatte ich angekündigt, dass dies meine letzte Amtszeit sein würde. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, Verantwortung weiterzugeben.
31 Jahre – hinter dieser Zahl stehen unzählige Begegnungen, Veranstaltungen, Sitzungen, Gespräche, Ideen und Projekte. Vor allem aber stehen dahinter Menschen: Menschen, die ich kennenlernen durfte, die meinen Weg begleitet und mein Leben bereichert haben. Manche gingen eine lange Wegstrecke mit mir, andere verließen den gemeinsamen Weg. Einige, die ich damals als neue Mitglieder begrüßen durfte, sind heute leider nicht mehr unter uns.
Besonders geprägt hat uns die Umsiedlung von Otzenrath und Spenrath. Zwischen 1999 und 2007 war sie auch in unserer Kolpingsfamilie ein bestimmendes Thema. Unsere Mitgliederzahl sank von 97 auf 52. Heimat zu verlieren, bedeutet, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Mit Mut, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung haben wir diese schwierige Zeit gemeistert.
Noch während der Umsiedlung entstand die Idee, am neuen Ort wieder eine Kapelle zu errichten. Nach mehrjähriger Planung, Verhandlungen mit Ämtern und dem Bistum Aachen und mit viel Eigenleistung entstand unser Friedenskapellchen im Tälchen. Im Dezember 2009 konnten wir die Fertigstellung und Einsegnung mit einem großen Fest feiern. Bis heute ist das Friedenskapellchen ein Ort der Ruhe, des Gebets und der Erinnerung.
Viele weitere Erlebnisse bleiben unvergessen: Ferienfreizeiten für Kinder, Karnevalssitzungen, Altkleidersammlungen, gemeinsame Ausflüge, das Steineprojekt für die Kolpingsfamilie San Isidro in der Dominikanischen Republik und die Feier zum 200. Geburtstag Adolph Kolpings.
Ein besonderer Höhepunkt war EGAT 2010 in Fulda. Neun Otzenrather Kolpinger präsentierten dort unsere Kolpingsfamilie und das neu erbaute Friedenskapellchen. Auch die Kolping Spielbühne Cappuccino ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte. Nach einer Vorstandsklausur 2013 entstand die Gruppe und brachte 2014 mit „Die alte Kommode“ ihr erstes Theaterstück auf die Bühne. Seitdem sorgt sie jedes Jahr für viel Freude.
Auch 2.000 Tulpen im Tälchen, fünf Apfelbäume zwischen Friedhof und Friedenskapellchen sowie die Erinnerungsstätte an die alten Orte Otzenrath und Spenrath sind sichtbare Zeichen unseres Engagements.
Bei allen Veränderungen ist eines geblieben: der Gedanke Adolph Kolpings und unsere Gemeinschaft – „Menschen für Menschen.“
Wenn ich heute zurückblicke, tue ich das vor allem mit großer Dankbarkeit. Danke für 31 Jahre Vertrauen, für Unterstützung, Freundschaft und die vielen gemeinsamen Stunden. Danke allen Vorständen sowie den vielen Helferinnen und Helfern, die unsere Arbeit erst möglich gemacht haben.
Ein besonderer Dank gilt meiner Familie und meinen Freunden für ihr Verständnis. Und dir, liebe Anne, für das Korrekturlesen meiner vielen Texte, besonders der inzwischen 372 Monatsbriefe. Nun bleibt hoffentlich auch etwas mehr Zeit für gemeinsame Radtouren.
Ich verabschiede mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist Zeit, Verantwortung weiterzugeben und einem neuen Vorsitzenden oder einer neuen Vorsitzenden Raum für eigene Ideen und neue Akzente zu geben. Für mich ist dies jedoch kein Abschied von Kolping. Ich bleibe Kolpingbruder und Mitglied unserer Kolpingsfamilie und werde mich auch weiterhin einbringen, soweit es gewünscht und möglich ist.
Mein Wunsch für die Zukunft: Passt auf eure Kolpingsfamilie auf. Haltet zusammen, bleibt offen für neue Ideen und habt den Mut, neue Wege zu gehen.
Danke für 31 Jahre Vertrauen und gemeinsame Zeit. Es war mir eine große Ehre, 31 Jahre an der Spitze unserer Kolpingsfamilie stehen zu dürfen.
Ich sage nicht Lebewohl, sondern ganz bewusst:
Treu Kolping!
Euer Heinrich